Jahr: 2019

Supermond und Schattenspiele – Totale Mondfinsternis

Supermond und Schattenspiele – Totale Mondfinsternis

Supermond und Schattenspiele – Totale Mondfinsternis

Montag, 21. Januar 2019, 4:00 Uhr

Herzliche Einladung zum Open-Air-Planetarium auf dem Platz vor dem Spiegelslustturm!

Die letzte totale Mondfinsternis der kommenden beiden Jahre ist eine „Supermondfinsternis“.

20. Januar 2019, 13:45 Uhr:
Die Wetterprognose sagt eine trockene Nacht voraus mit guten Aussichten auf klares Wetter. Das OAP findet statt.

Mondfinsternis vom 28. September 2015, kurz nach Ende der totalen Finsternis (eigenes Foto)

Mondfinsternis vom 28. September 2015, kurz nach Ende der totalen Finsternis (eigenes Foto)

In den frühen Morgenstunden des 21. Januar gibt es die letzte Chance auf Beobachtung einer totalen Mondfinsternis in den kommenden beiden Jahren. Erst im Mai 2021 wird es wieder eine totale Mondfinsternis geben, jedoch erst im Mai 2022 wird die nächste totale Mondfinsternis von Deutschland aus beobachtbar sein. Eine Besonderheit der Finsternis am 21. Januar diesen Jahres ist der sehr geringe Abstand des Mondes zur Erde: nur knapp 358 000 km sind es diesmal von der Erdoberfläche zum Mond, so dass der Mond am 21. Januar etwas mehr als 10% größer als zur Finsternis im Juli des vergangenen Jahres erscheint, eine „Supermondfinsternis“. Im Juli 2018 befand sich der Mond nahezu in seiner weitesten Entfernung zur Erde, in etwa 406 000 km.

Die Finsternis startet gegen 3:36 Uhr morgens mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde; dies ist mit dem bloßen Auge nicht beobachtbar, nur Messgeräte können die zunehmende Verdunklung in dieser Phase nachweisen. Um 4:33 Uhr beginnt die partielle Phase und der Mond schiebt sich in den runden Kernschatten der Erde. Ab 5:41 Uhr ist der Mond komplett verdunkelt und nur das durch die Erdatmosphäre gebrochene schwache rote Sonnenlicht erreicht unseren Nachtgestirn. Das Ende der Totalität gegen 6:43 Uhr ist sicher bei klarem Wetter noch gut zu beobachten, danach setzt die Dämmerung im Osten schon ein, Sonnenaufgang ist um 8:15 Uhr.

Die Schattenspiele von Sonne, Erde und Mond sind schon in der Antike genutzt worden, um Kenntnisse über unser Sonnensystem zu gewinnen. Aristoteles beobachtete im vierten Jahrhundert v. Chr., wie bei einer Mondfinsternis der runde Erdschatten über den Mond zog. Er wusste: Nur eine Kugel wirft in jeder Stellung einen kreisförmigen Schatten, die Erde musste also Kugelgestalt haben!

Aristarch, Berechnung der relativen Größen von Sonne, Erde und Mond, 2. Jh. v. Chr. Abschrift aus dem 10. Jahrhundert, https://sunearthday.nasa.gov/2006/multimedia/gal_006.php

Aristarch, Berechnung der relativen Größen von Sonne, Erde und Mond, 2. Jh. v. Chr. Abschrift aus dem 10. Jahrhundert, https://sunearthday.nasa.gov/2006/multimedia/gal_006.php

Aristarch berechnete im 2. Jahrhundert v. Chr. aus Winkelpeilungen zum Mond und zur Sonne in der Halbmondstellung, der lunaren Dichotomie, das Verhältnis der Entfernungen von Mond und Sonne zur Erde. Aufgrund seiner dafür nicht ausreichend präzisen Messgeräte erhielt er zwar nicht die korrekten Werte, die Idee jedoch war genial. Aus seinen gefundenen Entfernungen und den relativen Größen des Mondes und des runden Erdschattens, den er bei einer Mondfinsternis beobachtete, berechnete er das Größenverhältnis Erde zu Mond. Sein Ergebnis war, dass die Erde etwa 2.85 mal so groß wie der Mond sei, der korrekte Faktor ist 3.67. Auch diesmal sind die Zahlenwerte nicht ganz richtig. Der Idee, die Größe des runden Erdschattens im Abstand des Mondes zur Erde zu vermessen, gebührt jedoch hohe Anerkennung.

Bei klarem Himmel freuen wir uns ab ca. 4 Uhr morgens am Montag, den 21. Januar, gemeinsam mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Astronomiegeschichte und Beobachtende Astronomie der Philipps-Universität Marburg und mit Mitgliedern der Volkssternwarte auf Ihren Besuch beim Spiegelslustturm! Dies ist der höchstgelegene Ort im Marburger Land und wir haben einen sehr guten freien Blick nach Südwesten und Westen.

Schauen Sie bitte hier auf dieser Webseite am Sonntag nach aktuellen Infos. Gegen Mittag bewerten wir das Wetter und werden Sie darüber informieren, ob wir in der kommenden Nacht vor dem Spiegelslustturm unsere Teleskope und Kameras aufbauen.

Posted by Andreas in Open-Air Planetarium

Auf der Suche nach Messier-Objekten

Samstag, 4. Mai 2019, 21 Uhr

Herzliche Einladung zum Open-Air-Planetarium am Frauenberg!

Beim diesem Open-Air-Planetarium (OAP) zu Neumond im Mai auf dem Frauenberg lassen wir unsere Blicke durch die Sternbilder des späten Frühjahrshimmels schweifen: eine Nacht zum Aufsuchen von Messier-Objekten!

Alle Messier-Objekte, Wikipedia

Alle Messier-Objekte, Wikipedia

Wer in einer klaren Sternennacht aufmerksam in den Himmel schaut, kann dabei feststellen, dass dort noch andere Objekte neben Mond, Planeten und Sterne zu sehen sind. So sind z.B. im „Buch der Fixsterne“ von Al Sufi aus dem Jahr 964 n.Chr. die große Magellansche Wolke und die Andromedagalaxie erwähnt, lange bevor erstere von Ferdinand Magellan und letztere von Simon Marius wiederentdeckt wurden. Im 18. Jahrhundert begannen die Astronomen mit den nun zur Verfügung stehenden kleineren Fernrohren nach Objekten Ausschau zu halten, die nicht als Planeten oder einzelne Sterne klassifiziert werden konnten. Charles Messier erstellte 1781 zusammen mit seinem Mitarbeiter Pierre Méchain einen Katalog solcher Objekte, den „Katalog der Nebel und Sternhaufen“, der zunächst 103 Einträge enthielt. Später im 20. Jh. wurde der Katalog aufgrund historischer Aufzeichnungen auf insgesamt 110 Einträge erweitert, die von M1 bis M110 durchnummeriert wurden. Da man im 18. Jh. noch keine Vorstellung von Galaxien hatte, sind dort unter dem Begriff „Nebel“ sowohl Galaxien als auch Gaswolken explodierter Sterne, so genannte „planetarische Nebel“, aufgeführt.

Ein paar dieser Messier-Objekte sind mit dem bloßen Auge oder einem Feldstecher beobachtbar, z.B. die Plejaden (M45), der offenen Sternhaufen Praesepe (M44), die Andromeda-Galaxie (M31), der Orionnebel (M42), der Herkulessternhaufen (M13). Für viele Objekte ist ein kleineres Fernrohr ausreichend, für die dunkleren Galaxien benötigt man jedoch schon etwas größere Optiken. Im Frühjahr lohnt sich die Suche nach Messier-Objekten besonders: die meisten der Messier-Objekte sind in einer einzigen Nacht beobachtbar!

In der ersten Nachthälfte Anfang Mai sind im Westen teilweise noch die untergehenden Sternbilder des Winters auszumachen, die Zwillinge mit den hellen Kopfsternen Castor und Pollux sind sehr markant. Im Süden finden wir die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes und im Südosten auch schon den aufkommenden Sommersternenhimmel mit dem Herkules, der Leier und tief am Horizont auch dem oberen Teil des Sternbildes Skorpion. In der ersten Hälfte der Nacht ist von den Planeten nur der Mars in großer Entfernung zu sehen. Die anderen Planeten beginnen ihren Auftritt nach Mitternacht, dies wird ein Beobachtungsschwerpunkt beim nächsten OAP Anfang Juni werden.

Bei klarem Himmel freuen wir uns gemeinsam mit Mitgliedern der Volkssternwarte auf Ihren Besuch auf dem Frauenberg! Die Veranstaltung beginnt um 21:00 und endet spätestens um 2:00 Uhr. Teleskope für Beobachtungen stehen zur Verfügung. Bringen sie gerne auch selber Teleskope, Ferngläser oder Fotoapparate und Fragen zum Sternenhimmel, der Ekliptik und der sich dort befindenden Himmelskörper mit. Vergessen sie bitte nicht, sich warm anzuziehen, da eine schöne und sternklare Frühjahresnacht unter Umständen auch kühl werden kann.

Schauen Sie bitte hier auf dieser Webseite am Samstag nach aktuellen Infos. Gegen Mittag bewerten wir das Wetter und werden Sie darüber informieren, ob wir in der kommenden Nacht auf dem Frauenberg den späten Frühlingshimmel bestaunen können.

Das nächste OAP am Frauenberg steht übrigens unter dem Motto „Jupiter und Saturn am Sommersternenhimmel“. Zu dieser und weiteren „himmlischen“ Veranstaltungen in diesem Jahr finden Sie auf der Internetseite des Vereins „Parallaxe und Sternzeit e.V.“ wieder nähere Informationen.

Posted by Andreas in Open-Air Planetarium