Die Entdeckung des Kleinplaneten "Marburg"

Montag, 19. Dezember, 17:15 Uhr

Herzliche Einladung zu einem Vortrag von Erwin Schwab über die Entdeckung des Kleinplaneten "Marburg". Der öffentliche Vortrag findet im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums im Fachbereich Physik der Philipps-Universität Marburg, Renthof 5, Kleiner Hörsaal statt. Im Anschluss an den Vortrag wird Herr Schwab anlässlich der Namensgebung die offizielle Entdeckungsurkunde übergeben.

Der Asteroid Marburg zwischen Mars und JupiterGerlings Sternwarte am Renthof in Marburg ist eines der ältesten Observatorien Hessens und die erste hessische Sternwarte, die sich mit der Positionsmessung von Asteroiden beschäftigte. Bereits 1849 (8 Jahre nach Fertigstellung) gelangen Herrn Ernst Friedrich Wilhelm Klinkerfues astrometrische Messungen des Kleinplaneten Ceres.  Über 160 Jahre nach diesem Ereignis trägt nun ein Kleinplanet offiziell den Namen Marburg.

Die Amateurastronomen Erwin Schwab und Rainer Kling fanden den Kleinplaneten mit ungefähr 2 bis 3 Kilometern Durchmesser in der Nacht vom  11. auf den 12. Februar 2008 an einem Teleskop auf der  Taunus-Sternwarte des Physikalischen Vereins, Frankfurt. Zum Zeitpunkt der Entdeckung befand er sich an seinem nächsten Punkt zur Erde in rund 272 Millionen Km Entfernung (Lichtlaufzeit ~15 Minuten). Kleinplanet Marburg  bewegt sich auf einer fast kreisförmigen Bahn zwischen Mars und Jupiter. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er 4,5 Jahre.

Entdeckung des Asteroiden Marburg - in BildmitteBis ein neu entdeckter Vagabund des Sonnensystems einen Namen erhalten darf dauert es meist mehrere Jahre. Das Minor Planet Center in den USA setzt sehr hohe Maßstäbe an die Genauigkeit der Bahn eines Asteroiden, bevor dieser zur Taufe freigegeben wird. Als diese  Kriterien erfüllt waren bekam der unter der vorläufigen Bezeichnung 2008 CW116 katalogisierte Kleinplanet die endgültige Kleinplaneten-Nummer 256813. Nun hat das "Committee on Small Body Nomenclature (CSBN)" dem von den Entdeckern eingereichten Namensvorschlag Marburg  zugestimmt. Nach positiver Entscheidung dieses aus 16 internationalen Berufsastronomen bestehenden Gremiums wurde der Name von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt und veröffentlicht.